25. August 2023 Entwicklung der Immobilienpreise in Österreich 2023
Die Immobilienpreisspiegel der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) bieten aktuelle Preisdaten, die eine detaillierte Aufschlüsselung für verschiedene Städte liefern. Es ist jedoch wichtig, eine besondere Nuance zu beachten: Die angegebene Jahreszahl bezieht sich lediglich auf das Jahr der Veröffentlichung des Berichts. Die präsentierten Daten repräsentieren den Durchschnittswert des vorangegangenen Jahres.
Um den Trend im Verlauf des Jahres 2022 zu erkennen, bietet der von Professor Feilmayr von der Technischen Universität Wien erarbeitete Wohnimmobilienpreisindex, der von der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) veröffentlicht wurde, eine hilfreiche Perspektive.
Während es zu einem Anstieg der Immobilienpreise kam, der durch die Flucht der Anleger in reale Werte und gleichzeitige Vorzieheffekte kreditfinanzierter Immobilienkäufe vor der Verschärfung der Wohnbaukreditvergaberichtlinien in Österreich beeinflusst wurde, beschleunigte sich dieser Anstieg im Verlauf des Jahres 2022. Der Anstieg auf Jahresbasis stieg von 12,3 % im ersten Quartal auf 13,1 % im zweiten Quartal an, erreichte dann im dritten Quartal 2022 seinen Höhepunkt in Bezug auf die Preise.
Entwicklungen der Immobilienpreise im Jahr 2022 und 2023
Im Zeitraum vom vierten Quartal 2020 bis zum dritten Quartal 2022 verzeichneten die durchschnittlichen Wohnimmobilienpreise in Österreich einen zweistelligen Anstieg. Diese Dynamik verlangsamte sich jedoch im dritten und vierten Quartal 2022 auf bundesweiter Ebene, wobei die Wohnimmobilienpreise jeweils um 10,8 % bzw. 5,2 % anstiegen. Der Gesamtindex für Österreich sank vom Höchststand von 278,3 Punkten im dritten Quartal auf 271,8 Punkte im ersten Quartal 2023, was einem Rückgang von 2,3 % entspricht.
Der vorherige Boom bei Einfamilienhäusern außerhalb von Wien fand ein abruptes Ende. Zwischen dem dritten Quartal 2022 (Indexstand: 237,1) und dem ersten Quartal 2023 (Indexstand: 229,6) wurde ein Rückgang von 3,2 % verzeichnet. Der Zuwachs gegenüber dem Vorjahresquartal schrumpfte von 12,5 % im dritten Quartal 2022 auf -1,0 % im ersten Quartal 2023.
Auffällige Unterschiede in der Performance zeigten sich zwischen neuen und gebrauchten Wohnungen. In Wien beispielsweise standen im ersten Quartal 2023 einem Anstieg von etwa 5,1 % bei neuen Wohnungen ein Rückgang von 1,3 % bei gebrauchten Wohnungen gegenüber.
Ebenso fand in Wien der Einfamilienhaus-Boom ein Ende. Nach einem Plus von 16,3 % im dritten Quartal 2022 verzeichnete das erste Quartal 2023 bereits einen Rückgang von 1,7 % im Jahresvergleich.
Aufgrund der Zinssteigerungen im aktuellen Jahr haben Anlegerwohnungen mit Mietrenditen unter 2,5 % an Attraktivität eingebüßt. Besonders dann, wenn eine Stagnation oder sogar ein vorübergehender Rückgang der Immobilienpreise absehbar ist. Dies liegt daran, dass Anleger nun in Konkurrenz zu langfristigen Bundesanleihen stehen, die Renditen von über 3 % bieten. Gleichzeitig verzeichnete die Nachfrage seitens kreditfinanzierter Käufer im Verlauf des ersten Quartals 2023 einen Einbruch um 62 % (gemäß Neukreditvergabe von Wohnbaukrediten an private Haushalte in Österreich im Vergleich zum Vorjahr).
Ein zusätzlicher Faktor ist der ESG-Gedanke (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung). Gebäude mit einer umweltfreundlichen Ausrichtung bewahren zunehmend ihre Preisstabilität, während Immobilien mit schlechten Energieeffizienzwerten möglicherweise bereits zukünftige Sanierungskosten in ihrer Wertentwicklung vorwegnehmen. Dies resultiert aus den sich verschärfenden gesetzlichen Vorgaben zur energetischen Sanierung.
Die folgenden Preisangaben aus den verschiedenen Bundesländern bieten einen umfassenden Überblick über die Preisentwicklung von Einfamilienhäusern, Erstbezugs-Eigentumswohnungen und Mietwohnungen, die nicht den Mietobergrenzen unterliegen. Diese Daten stammen aus dem Immobilienpreisspiegel 2023 der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) und berücksichtigen die Daten für Wohnlagen mit normalem oder durchschnittlichem Wohnwert.
Ausblick auf die Immobilienpreise in Österreich für 2023/24
Die vorherigen Entwicklungen, inklusive des bereits erkennbaren Trends hin zu einem gespaltenen Immobilienmarkt (nach Klimafreundlichkeit und Energieeffizienz), werden voraussichtlich auch im Verlauf von 2023 und zumindest im ersten Quartal 2024 fortbestehen. Insbesondere in ländlichen Gebieten dürfte dies zu tendenziell rückläufigen Preisen führen. Dieser Ausblick deckt sich mit der Meinung von Experten:
Gemäß dem RE/MAX Real Estate Future Index, der auf einer Kombination von rund 600 Immobilienexperten-Meinungen in ganz Österreich basiert, wird erwartet, dass im Jahr 2023 Wohnungen in zentralen Lagen einen Wertverlust von 5,4 % verzeichnen werden. Den stärksten Einfluss wird voraussichtlich auf Eigentumswohnungen in ländlichen Gemeinden zukommen, die einen prognostizierten Wertverlust von -7,2 % hinnehmen müssen. Einfamilienhäuser in Siedlungslage sollen um 6,2 % an Wert verlieren. Im Gegensatz dazu wird für Baugrundstücke ein leichtes Plus von 0,4 % erwartet, wie von den Experten prognostiziert.
Quelle: https://www.infina.at/ratgeber/immobilienpreise-in-oesterreich