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Droht die Immobilienblase 2022 in Österreich zu platzen?

Zunächst erklären wir was eine Immobilienblase tatsächlich ist:

 

Definition Immobilienblase


Eine Immobilienblase ist eine Sonderform der Spekulationsblase auf dem Immobilienmarkt. Hierbei kommt es zu einer deutlichen Überbewertung der Immobilien – die Immobilienpreise steigen unverhältnismäßig schnell und stark im Vergleich zu anderen Wirtschaftssektoren innerhalb eines vergleichbar kurzen Zeitraums. Unverhältnismäßig bedeutet in diesem Fall, dass die Preise nicht im Verhältnis zur normalen Teuerungsrate, Lage oder zum Durchschnittseinkommen steigen.Jedoch kommt es trotz der hohen Preise zu einem Kaufrausch auf dem Immobilienmarkt. Es gibt also eine große Nachfrage für zu wenige Immobilie und dies befeuert die Preisspirale zusätzlich – und die Blase bläht sich weiter auf. Nach einiger Zeit erreicht der Markt seinen Höchststand, sobald die Überbewertung der Grundstücke das Maximum erreicht hat und anschließend fallen die Preise wieder und Liegenschaften verlieren schnell und stark an Wert.


Die Blase platzt und es findet ein "Immobiliencrash" statt. Ein Risiko ist die Immobilienblase insbesondere deshalb, weil sie das wirtschaftliche Gleichgewicht durcheinander bringt und viele Immobilien durch eine Hypothek finanziert werden, welche Kreditnehmer und dann in Folge die Banken ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen können, d.h. ein Crash kann nicht nur Eigentümer sondern auch Banken empfindlich treffen.

Eine Immobilienblase ist immer sehr gefährlich, weil der anschließende Preisverfall bei Verbrauchern und Banken zum finanziellen Ruin führen kann. Die Folgen einer Immobilienblase in den USA haben beispielsweise mit zur Finanzkrise 2007 geführt.

 

Ursache Immobilienblase

 

  • Spekulatives Käuferverhalten:

Investoren, die am Immobilienboom mitverdienen möchten. Liegenschaften werden mit der Absicht kauft, diese innerhalb kürzester Zeit wieder mit Gewinn zu verkaufen. Dadurch beschleunigt sich die hohe Nachfrage und die Preise werden weiter in die Höhe getrieben.
 

  • Finanzierungskonditionen:

Da die Immobilienblase häufig mit besonders niedrigen Zinsen einhergeht, können sich immer mehr Menschen den Kauf einer Liegenschaft leisten, wodurch sich die Nachfrage auf dem Immobilienmarkt erhöht. Banken waren in der Vergangenheit sehr großzügig mit der Hypothekarvergabe, welches gleichzeitig ein weiteres Problem war. Viele Käufer erhielten eine Hypothek für ihre Immobilie, die sie sich spätestens beim Anstieg des Zinsniveaus nicht mehr leisten konnten.
 

  • Geringe Bautätigkeit:

Vor allem in städtischen Regionen ist Bauland knapp und dadurch kann nicht ausreichend neuer Wohnraum geschaffen werden, um die hohe Nachfrage zu decken. Zusätzlich steht in urbanen Gegenden dem begrenzten Angebot häufig eine überdurchschnittliche Anzahl an Kaufinteressenten gegenüber.
 

  • Fiskalpolitische Maßnahmen:

Dass sich Angebot und Nachfrage auf dem Immobilienmarkt ungünstig zueinander entwickeln, können steuerliche Begünstigungen und andere Eingriffe durch den Staat können führen.

 

  • Bevölkerungswachstum:

Steigende Bevölkerungszahlen können eine Immobilienblase zusätzlich befeuern. In Ländern, mit hohen Zuwanderungsraten aber bei gleichzeitig geringer Bautätigkeit übt die Nachfrage starken Druck auf die Immobilienpreise aus.

 

Wenn die Immobilienblase platzt

 

Sind die Kaufinteressenten nicht mehr bereit die hohen Preise zu zahlen, wird die Grenze überschritten, sinkt die Nachfrage und damit auch die Preise wieder -> der Immobilienmarkt bricht ein und lässt die Preise rasant sinken.

Sowohl Wohneigentum als auch Renditeimmobilien und Gewerbeobjekte können von der rasanten Preissenkung betroffen sein. Käufer ziehen sich aufgrund der Unsicherheit auf den Märkten zurück und so ist das Angebot seit Beginn der anschwellenden Blase erstmals größer als die Nachfrage.

Ein großes Risiko beim Platzen einer Immobilienblase bzw. beim Immobiliencrash ist, dass die Banken vom Crash mitgerissen werden und sich eine Finanzkrise entwickelt.

 

Gibt es 2022 eine Immobilienblase in Österreich?

 

Derzeit befinden wir uns bereits in einer fortgeschrittenen Vorstufe bzw. an der Grenze zu einer Immobilienblase. Das bedeutet, dass die Preise bereits überteuert sind. Statistische Abweichungen zeigen dies zu historischen Fundamentalwerten.

Jedoch herrscht auf der anderen Seite insbesondere in Österreich, eine sehr ungleiche Vermögensaufteilung. Die kleine Gruppe, mit einem investierbaren unbelasteten Nettovermögen von über 30 Millionen Euro, steht in etwa der Hälfte der Bevölkerung ohne Wohneigentum gegenüber.

Während sehr Vermögende noch bei 10.000 Euro pro Quadratmeter und mehr in Städten wie Wien, Innsbruck und Salzburg oder in besonderen Regionen wie Kitzbühel massiv investieren und die Preise hochtreiben, ist der Kreditnehmer mit normalem Einkommen auf niedrige Zinsen angewiesen und von möglichst lange Kreditlaufzeiten abhängig.

Quellen:

https://www.immoverkauf24.at/immobilienverkauf/immobilienverkauf-a-z/immobilienblase/

https://www.remax.at/de/presse/presseaussendungen/immobilienmarkt-2022-steigende-nachfrage-spuerbare-preissteigerungen-18733